Schwerpunktthema 2014: Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Equal Pay Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Siehe auch)
(weitere Publikationen)
 
(11 dazwischenliegende Versionen des gleichen Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
==Schwerpunktthema 2014: "... und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen"==
+
==Schwerpunktthema 2014: Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen==
Mit dem Schwerpunktthema 2014 setzen wir den Fokus auf den dritten signifikanten Ursachenkomplex der Entgeltlücke: Die nicht nur vorübergehende (Unter)-Beschäftigung von Frauen in Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen. Ziel unserer Kampagne ist, den Müttern Wege aufzuzeigen zur Rückkehr in die existenzsichernde Beschäftigung.
+
Mit dem Schwerpunktthema 2014: "... und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen" setzten wir den Fokus auf den dritten signifikanten Ursachenkomplex der Entgeltlücke: Die nicht nur vorübergehende (Unter)-Beschäftigung von Frauen in Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen. Ziel unserer Kampagne war, den Müttern Wege aufzuzeigen zur Rückkehr in die existenzsichernde Beschäftigung.
Unser Schwerpunktpartner, die dbb Bundesfrauenvertretung, weist darauf hin, dass sich Teilzeit auch im öffentlichen Dienst negativ auf die Karriere auswirkt. Dass es auch anders geht, zeigen das Universitätsklinikum Schleswig Holstein, die ING DiBa Direktbank und die Berliner Verkehrsbetriebe. Als unsere weiteren Schwerpunktpartner werden sie ihre bewährten Konzepte zur Wiedereingliederung von Mitarbeitern auf unseren Foren vorstellen und damit zur Nachahmung anregen.
+
  
==Abgabenprivilegierung (Minijobs)==
+
==Schwerpunktpartner==
Kleinstarbeitsverhältnisse mit der monatlichen Verdienstobergrenze von 450,-- €, besser bekannt als „Minijobs“, sind für den Arbeitnehmer und die Arbeitnehmerin steuerfrei (d.h.: sie mindern auch nicht den maximalen „Splittingvorteil“ der ehelichen Gesamtveranlagung).  Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin zahlt  Pauschalabgaben an die gesetzliche Krankenversicherung und die gesetzliche Rentenversicherung – OHNE dass der Arbeitnehmerin / dem Arbeitnehmer dadurch Leistungsansprüche aus diesen Versicherungszweigen entstehen. Sofern sie / er beitragsfrei beim Ehegatten „mitversichert“ ist, wird das auch für entbehrlich gehalten.  Der Arbeitgeber / die Arbeitgeberin führt zusätzlich eine Steuerpauschale von 2 % ab. Die Pauschalabgaben liegen mit 30 %  deutlich höher als der Arbeitgeberbeitrag eines sozialversicherten Beschäftigungsverhältnisses, welcher 19,28 % beträgt. Warum lässt sich ein im Übrigen scharf kalkulierender Arbeitgeber auf ein derartiges Geschäft ein? Worin sieht er den Vorteil des Formats „Minijob“? 
+
Schwerpunktpartner im Jahr 2014 waren:  
+
Die Vermutung liegt nahe, dass die Vorteile in der systematischen Vorenthaltung von Arbeitnehmerrechten gesucht werden. Das heißt: Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaubsgeld (häufig auch kein Urlaubsanspruch) und kein Kündigungsschutz. Das bestätigen sowohl die Untersuchung von Prof. Carsten Wippermann  wie auch die von ihm zitierten Untersuchungen anderer  (S. 78ff.)
+
  
„Sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung wird unter dem Strich durch die Abgabenprivilegierung geringfügig entlohnter Beschäftigung konterkariert, weil sie Anreize setzt, gerade nicht in einem Normalarbeitsverhältnis tätig zu werden. … Die geringfügige Beschäftigung hat dabei inzwischen eine Dimension erreicht, welche mit Grundkonzeptionen der geltenden Rechtsordnung im Privatrecht und im Sozialrecht nicht mehr im Einklang steht und die zu hohen, aus dem Steueraufkommen zu bewältigenden Belastungen führt.
+
- die [http://www.dbb.de/ueber-uns/frauen/ dbb Bundesfrauenvertretung]
  
==Frauen im Minijob==
+
- das [http://www.uk-sh.de/ Universitätsklinikum Schleswig-Holstein]
Bei jungen Frauen (unter 30 Jahren) sind die Erwartung und Erfahrung, dass ein Minijob gute Bedingungen und ein flexibles Arbeitsverhältnis biete, am stärksten ausgeprägt. Im Lebensverlauf ist dies meist die Phase der beruflichen Orientierung und/oder Familiengründung, in der jungen Frauen ein Minijob situativ „passend“ und optimal erscheint. Frauen in diesem Altersabschnitt sehen ihre künftige Erwerbsbiografie offen, von ihnen frei wählbar und optimistisch; bestimmend ist die Annahme beruflicher Multioptionalität. Gerade deshalb ergreifen sie einen Minijob, der aus ihrer Perspektive völlig risikofrei ist und zudem große Flexibilität verheißt.  
+
  
Mit zunehmendem Alter jedoch geht die Einschätzung der guten Bedingungen sowie der Flexibilität deutlich zurück.  
+
- die [https://www.ing-diba.de/ ING DiBa Direktbank]
  
• Bezogen auf den Lebensverlauf: Mit zunehmender Dauer im anfangs attraktiv schillernden Minijob kommt der „Realitätsschock“. Die Frauen müssen erfahren, dass zum einen die Bedingungen für sie nicht so gut sind wie zu Beginn oder ursprünglich geglaubt; zum anderen dass sie aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit im Minijob kaum noch eine Erwerbsalternative zum Minijob haben. Damit stehen sie als qualifizierte Fachkraft dem regulären Arbeitsmarkt nur noch theoretisch zur Verfügung, praktisch bleiben sie dauerhaft eine als unqualifiziert geltende und entsprechend gering entlohnte „Minijobberin“ ohne Aufstiegs- und Karriereperspektive.
+
- die [http://www.bvg.de/de/?__cap=/de Berliner Verkehrsbetriebe]
  
• Bezogen auf Altersgruppen: Mit zunehmendem Alter (insbesondere nach mehrjähriger familienbedingter Erwerbsunterbrechung, die bei einigen Frauen länger als 10 Jahre andauert) und verstärkt im Alter ab 50 Jahren erscheint Frauen der berufliche Einstieg in den Minijob von vornherein als alternativlos.
+
Die dbb Frauenvertretung wies darauf hin, dass sich Teilzeit auch im öffentlichen Dienst negativ auf die Karriere auswirkt. Dass es auch anders geht, zeigen die drei weiteren Schwerpunktpartner, die ihre bewährten Konzepte zur Wiedereingliederung von Mitarbeitern auf den EPD Foren vorstellten.
  
==Quellen==
+
==Toolkit==
[http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Frauen-im-Minijob,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf BMFSFJ (2012). Frauen im Minijob – Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf.]
+
===Präsentationen zum Schwerpunktthema===
 
+
==Siehe auch==
+
 
Kurze Freude, lange Reue
 
Kurze Freude, lange Reue
Warum der allein cash-orientierte Blick auf den Zuverdienst langfristig falsch ist. Dr. Christina Boll.
+
Warum der allein cash-orientierte Blick auf den Zuverdienst langfristig falsch ist. Dr. Christina Boll. {{pdf|Christina_Boll_Toolkit_EPD_Berlin-04_11_2013.pdf|Download PDF}}
{{pdf|Christina_Boll_Toolkit_EPD_Berlin-04_11_2013.pdf|Download PDF}}
+
  
 
Der Lockruf des schnellen Taschengeldes und seine Folgen
 
Der Lockruf des schnellen Taschengeldes und seine Folgen
Motive und  (Fehl-) Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf. Prof. Dr. Carsten Wippermann.
+
Motive und  (Fehl-) Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf. Prof. Dr. Carsten Wippermann. {{pdf|Nov_2013_Wippermann.pdf|Download PDF}}
[http://archiv.equalpayday.de/fileadmin/epd/Dokumente/Toolkit/Toolkit_2014/Nov_2013_Wippermann.pdf Download PDF]
+
  
 
Wiedereinstieg
 
Wiedereinstieg
Wenn individuelle Wünsche auf die Strukturen des Arbeitsmarktes treffen. Prof. Dr. Sell.
+
Wenn individuelle Wünsche auf die Strukturen des Arbeitsmarktes treffen. Prof. Dr. Sell. {{pdf|Prof-Stefan-Sell-Vortrag-Wiedereinstieg.pdf|Download PDF}}
[http://archiv.equalpayday.de/fileadmin/epd/Dokumente/Toolkit/Toolkit_2014/Prof-Stefan-Sell-Vortrag-Wiedereinstieg.pdf Download PDF]
+
 
 +
Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen. Christel Riedel (Forum Equal Pay Day) {{pdf|4 PPPraesentation_Schwerpunktthema-2014.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
===Präsentationen der Schwerpunktpartner===
 +
dbb bundesfrauenvertretung {{pdf|7 Nov_2013_Entgeltungleichheit_und_Teilzeit_im_oeffenltichen_Dienst_Zahlen_Daten_Fakten_dbb_bundesfrauenvertretung.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
Berliner Verkehrsbetriebe {{pdf|5 BVG_Schwerpunktpartner.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
Direktbank ING DiBa {{pdf|6 Nov_2013_ING_DiBa.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein {{pdf|8 Nov_2013_UKSH_Praesentation.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
===weitere Publikationen===
 +
Forenprogramm der EPD Foren 2014 {{pdf|2014_Gesamtprogramm_EPD_Foren.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
Hintergrundinformationen zum Equal Pay Day 2014 {{pdf|2014-03-05_Hintergrundinformation.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
Broschüre: 10 Aktionstipps. {{pdf|20130830_EPD_Dokumentation_Workshop_Aktionen.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
EPD Flyer 2014. {{pdf|EPD_Flyer_2014.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
EPD Journal 2014. {{pdf|EPD_Journal_2014.pdf|Download PDF}}
 +
 
 +
===Filmtools===
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=e5gJUOxuIWo BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner dbb Bundesfrauenvertretung]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=RTKlU6Nq0Lk BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner Universitätsklinikum Schleswig-Holstein]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=yofI2Q_lRcI BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner ING DiBa]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=JEqUXjNcDKk BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner Berliner Verkehrsbetriebe]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=C_0ObFbjKPo BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Düsseldorf 29.11.2013 Prof. Dr. Sell]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=wwQD4cQoNhA BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Düsseldorf 29.11.2013]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=kZD3Lz5gvjE BPW Germany Youtube Channel: "Minijob" - der Lockruf des schnellen Taschengeldes und seine Folgen]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=7gCghmoYYrs BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Frankfurt/Main 22.10.2013]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=ERJOzIALRiM BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Berlin 04.11.2013 Vortrag Dr. Christina Boll]
 +
 
 +
[https://www.youtube.com/watch?v=6ASB4NAArK4 BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Auftaktveranstaltung 04.11.2013]
 +
 
 +
{{#TwitterFBLike:|small|like}}
  
[[Category: Ursachen]] [[Category: Glossar]] [[Category: Von A bis Z]]
+
[[Category: Ursachen]] [[Category: Schwerpunktthemen]] [[Category:Equal Pay Day]][[Category:Deutschland]]

Aktuelle Version vom 21. Januar 2016, 13:52 Uhr

Schwerpunktthema 2014: Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen

Mit dem Schwerpunktthema 2014: "... und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen" setzten wir den Fokus auf den dritten signifikanten Ursachenkomplex der Entgeltlücke: Die nicht nur vorübergehende (Unter)-Beschäftigung von Frauen in Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen. Ziel unserer Kampagne war, den Müttern Wege aufzuzeigen zur Rückkehr in die existenzsichernde Beschäftigung.

Schwerpunktpartner

Schwerpunktpartner im Jahr 2014 waren:

- die dbb Bundesfrauenvertretung

- das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

- die ING DiBa Direktbank

- die Berliner Verkehrsbetriebe

Die dbb Frauenvertretung wies darauf hin, dass sich Teilzeit auch im öffentlichen Dienst negativ auf die Karriere auswirkt. Dass es auch anders geht, zeigen die drei weiteren Schwerpunktpartner, die ihre bewährten Konzepte zur Wiedereingliederung von Mitarbeitern auf den EPD Foren vorstellten.

Toolkit

Präsentationen zum Schwerpunktthema

Kurze Freude, lange Reue Warum der allein cash-orientierte Blick auf den Zuverdienst langfristig falsch ist. Dr. Christina Boll. Pdf-icon.gif Download PDF

Der Lockruf des schnellen Taschengeldes und seine Folgen Motive und (Fehl-) Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf. Prof. Dr. Carsten Wippermann. Pdf-icon.gif Download PDF

Wiedereinstieg Wenn individuelle Wünsche auf die Strukturen des Arbeitsmarktes treffen. Prof. Dr. Sell. Pdf-icon.gif Download PDF

Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen. Christel Riedel (Forum Equal Pay Day) Pdf-icon.gif Download PDF

Präsentationen der Schwerpunktpartner

dbb bundesfrauenvertretung Pdf-icon.gif Download PDF

Berliner Verkehrsbetriebe Pdf-icon.gif Download PDF

Direktbank ING DiBa Pdf-icon.gif Download PDF

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Pdf-icon.gif Download PDF

weitere Publikationen

Forenprogramm der EPD Foren 2014 Pdf-icon.gif Download PDF

Hintergrundinformationen zum Equal Pay Day 2014 Pdf-icon.gif Download PDF

Broschüre: 10 Aktionstipps. Pdf-icon.gif Download PDF

EPD Flyer 2014. Pdf-icon.gif Download PDF

EPD Journal 2014. Pdf-icon.gif Download PDF

Filmtools

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner dbb Bundesfrauenvertretung

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner ING DiBa

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Schwerpunktpartner Berliner Verkehrsbetriebe

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Düsseldorf 29.11.2013 Prof. Dr. Sell

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Düsseldorf 29.11.2013

BPW Germany Youtube Channel: "Minijob" - der Lockruf des schnellen Taschengeldes und seine Folgen

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Frankfurt/Main 22.10.2013

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Forum Berlin 04.11.2013 Vortrag Dr. Christina Boll

BPW Germany Youtube Channel: EPD 2014 Auftaktveranstaltung 04.11.2013