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Obwohl Frauen in der Bildung, vor allem im Bereich der Abschlüsse und Leistungen, aufholen, ist die Schließung der Lohnlücke jedoch nicht zu erwarten. Bildung ist nur ein Teilaspekt der Lohnlücke. Darüber hinaus ist auch die Wahl der Ausbildungs- und Studienfächer und die damit verbundenen Berufswahl, unterschiedliche Bezahlung in verschiedenen Berufsgruppen, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Karrieren von Frauen und Männern sowie Unterbrechungen im Berufsleben relevant für die Schließung der Lohnlücke. | Obwohl Frauen in der Bildung, vor allem im Bereich der Abschlüsse und Leistungen, aufholen, ist die Schließung der Lohnlücke jedoch nicht zu erwarten. Bildung ist nur ein Teilaspekt der Lohnlücke. Darüber hinaus ist auch die Wahl der Ausbildungs- und Studienfächer und die damit verbundenen Berufswahl, unterschiedliche Bezahlung in verschiedenen Berufsgruppen, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Karrieren von Frauen und Männern sowie Unterbrechungen im Berufsleben relevant für die Schließung der Lohnlücke. | ||
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| + | "Die sogenannte horizontale Segregation, d.h. die Tatsache, dass Frauen aus einem engen Berufsspektrum auswählen, trägt unmittelbar zu einer im Durchschnitt schlechteren Bezahlung von Frauen bei. Die unterschiedlichen Präferenzen von Frauen und Männern hinsichtlich der von ihnen gewählten Berufe führen dazu, dass sie sich nicht gleichmäßig über die Branchen und Betriebe verteilen."<ref>[http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung4/Pdf-Anlagen/dossier-entgeltungleichheit,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf BMFSFJ (2009): Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern, S. 11]</ref> | ||
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| + | Um früh Mädchen und Jungen zu motivieren aus diesen Geschlechterstereotypen herauszutreten, bietet der [http://www.girls-day.de/ Girls' Day] für Mädchen die Möglichkeiten in Berufe hinein zu schnuppern, bei denen der Frauenanteil unter 40% liegt, sowie der [http://www.boys-day.de/ Boys' Day] für Jungen die Möglichkeiten, Berufe kennen zu lernen, in denen der Männeranteil unter 40% liegt. | ||
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| + | Darüber hinaus werden in Initiativen, wie [http://www.komm-mach-mint.de/ Komm, mach MINT], Mädchen und Frauen dazu motiviert, mathematische, technische Ausbildungsplätze, Studiengängen und Berufe zu ergreifen. | ||
==Weiterbildung== | ==Weiterbildung== | ||
Version vom 21. April 2015, 15:56 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Bildung als Ursachenkomplex für den Gender Pay Gap
"Ein geringeres durchschnittliches Bildungsniveau von Frauen war lange eine aussagekräftige Erklärung der Arbeitsmarktsegregation und damit auch der Lohnlücke. [...]
Vor allem in der Vergangenheit haben Frauen mit einem Kinderwunsch zu Beginn ihrer Erwerbsphase bereits geringere Bildungsanstrengungen unternommen, um bei einer längeren Erwerbspause keine allzu großen „Verluste“ zu realisieren. [...]
Diese Situation hat sich in der letzten Zeit deutlich verändert: Frauen haben begonnen, Männer bei den Bildungsabschlüssen zu überholen. [...] Wenn die hohen Bildungsabschlüsse jüngerer Frauenjahrgänge sich auch in einer Überwindung der horizontalen (und vertikalen) Segregation des Arbeitsmarktes niederschlagen, können positive Effekte der Bildungsexpansion auf die Verringerung der Lohnlücke unmittelbar erwartet werden."[1]
Ausgewählte Daten:
Anteil von Frauen mit Allgemeiner Hochschulreife insgesamt (2012): 25,1%
Anteil von Frauen mit Allgemeiner Hochschulreife im Alter von 20 bis unter 25 Jahren (2012): 49,0%
Anteil von Männern mit Allgemeiner Hochschulreife insgesamt (2012): 29,5%
Anteil von Männern mit Allgemeiner Hochschulreife im Alter von 20 bis unter 25 Jahren (2012): 39,5% [2]
Obwohl Frauen in der Bildung, vor allem im Bereich der Abschlüsse und Leistungen, aufholen, ist die Schließung der Lohnlücke jedoch nicht zu erwarten. Bildung ist nur ein Teilaspekt der Lohnlücke. Darüber hinaus ist auch die Wahl der Ausbildungs- und Studienfächer und die damit verbundenen Berufswahl, unterschiedliche Bezahlung in verschiedenen Berufsgruppen, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Karrieren von Frauen und Männern sowie Unterbrechungen im Berufsleben relevant für die Schließung der Lohnlücke.
Berufswahl
"Die sogenannte horizontale Segregation, d.h. die Tatsache, dass Frauen aus einem engen Berufsspektrum auswählen, trägt unmittelbar zu einer im Durchschnitt schlechteren Bezahlung von Frauen bei. Die unterschiedlichen Präferenzen von Frauen und Männern hinsichtlich der von ihnen gewählten Berufe führen dazu, dass sie sich nicht gleichmäßig über die Branchen und Betriebe verteilen."[3]
Um früh Mädchen und Jungen zu motivieren aus diesen Geschlechterstereotypen herauszutreten, bietet der Girls' Day für Mädchen die Möglichkeiten in Berufe hinein zu schnuppern, bei denen der Frauenanteil unter 40% liegt, sowie der Boys' Day für Jungen die Möglichkeiten, Berufe kennen zu lernen, in denen der Männeranteil unter 40% liegt.
Darüber hinaus werden in Initiativen, wie Komm, mach MINT, Mädchen und Frauen dazu motiviert, mathematische, technische Ausbildungsplätze, Studiengängen und Berufe zu ergreifen.
Weiterbildung
Bundesweit ist das Angebot an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen unübersichtlich. Das betrifft in besonderer Weise den Bereich der formalen Aufstiegsfortbildungen. Immer noch bevorzugen Betriebe Männer bei der Förderung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Frauen werden signifikant seltener gefördert, insbesondere wenn sie in Teilzeit arbeiten. Bereits gut gebildete Frauen sind außerdem eher in Weiterbildungsmaßnahmen zu finden als Frauen mit einem geringeren Bildungsgrad. Viele Frauen können zudem die Angebote wegen der damit verbundenen, privat zu tragenden, Kosten nicht nutzen. In einigen der sogenannten Frauenberufe gibt es immer noch zu wenige oder gar keine Aufstiegschancen (Sackgassenberufe).
Hierzu fordert der DEUTSCHE FRAUENRAT: 1. Angebote der Fort- und Weiterbildung auch als Teilzeitmaßnahmen und für Teilzeitbeschäftigte – dies gilt auch für betriebliche Qualifizierung; 2. Verzahnung von beruflichen Bildungsbereichen mit dem Ziel einer Durchlässigkeit und der Eröffnung von weiteren Aufstiegsfortbildungen insbesondere in den Berufen, die vorwiegend durch Frauen erlernt werden; 3. Einführung von Bildungsurlaub in allen Bundesländern; 4. Orientierung der Weiterbildungsinhalte, Methodik und Didaktik an weiblichen Nutzergruppen; 5. Stärkung und Bereithaltung eines flächendeckenden Angebots niedrigschwelliger, trägerneutraler Fort- und Weiterbildungsberatung.
Das Sachverständigengutachten fokussiert darüber hinaus den Bedarf an Schulungen zum Rollenverständnis: „In den Unternehmen sollten durchgängig Schulungen zur Reflexion und Veränderung des Rollenverständnisses von Frau und Mann auf allen Unternehmensebenen angeboten werden. Dies gilt auch für den öffentlichen Dienst, wo sicherzustellen ist, dass Frauen mit familiär bedingten Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitphasen nicht im Rahmen der periodischen Beurteilungen schlechter bewertet und hierdurch bei Beförderungen benachteiligt werden.“
Coaching
Wer im Beruf bessere Konditionen durchsetzen will, braucht nicht nur Fachwissen, sondern klare Zielvorstellungen und gute Verhandlungsstrategien. Das gilt für jede berufliche Veränderung: Gehaltsverhandlungen, Karriereplanung, Aus- und Wiedereinstiegsplanung. Vielfach braucht es einen Anstoß von außen, um sich Klarheit über die eigenen Möglichkeiten zu verschaffen und gegebenenfalls die Verhandlungskompetenz zu stärken. Dabei kann das Gespräch mit einer Beraterin oder einem Berater helfen. Wer sich nicht sicher ist, ob eine solche Beratung Sinn macht, kann „Schnupperangebote“ nutzen, die insbesondere am Equal Pay Day angeboten werden: ein Speed Coaching in 15 Minuten.
Was muss ich mitbringen, um vom Speed Coaching zu profitieren? • Den Willen, beruflich etwas verändern zu wollen • Offenheit für Veränderungen / Neugier • 15 Minuten Zeit
Was kann ich im Coaching erwarten? • Unterstützung beim Finden des eigenen Weges • Professionalität des Coaches • Erster Schritt zur Entwicklung einer (neuen) beruflichen Perspektive • Fachliche Informationen • Ermutigung • Vertraulichkeit • Erkenntnis des eigenen Wertes
Einzelnachweise
- ↑ BMFSFJ (2009): Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern, S. 10-12
- ↑ Tab. B5-2A: Bevölkerung 2012 nach beruflichem Bildungsabschluss, Altersgruppen und Geschlecht (in %) im Bildungsbericht 2014
- ↑ BMFSFJ (2009): Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern, S. 11
Quellen
BMFSFJ (2009): Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern, S. 10-12